Informationen zu alten DDR Linien

"Erstaunlicherweise stehen Deutsche Schäferhunde aus DDR-Abstammung immer noch bei vielen Sportfreunden und Liebhabern im Interesse züchterischer Bestrebungen, oder gerade mehr denn früher?"

Wie auch immer, der andere Typ Schäferhund, der sich über Jahre in der DDR entwickelte mit großen kräftigen Knochen, ausgeglichenem Wesen und dunkler Pigmentierung ist keinesfalls nur eine Mode-Erscheinung! Mein Zuchtziel und das Zuchtziel meiner Freunde besteht darin, die ostblütigen Schäferhunde zu erhalten und mit anderen DSH aus Ostblockländern und west-deutscher Leistungszucht zu paaren.

Natürlich gibt es nicht mehr die Masse an qualitativ sehr gutem Zuchtmaterial. Daher wird man die Fülle an reinen DDR Hunden nicht erneut erreichen können, da viele Sportfreunde ihre Hunde nach der Wende mit Kußhand abgegeben haben und diesen jetzt nachtrauern.Aus diesem Grund ist es schwer, ausgebildete Hunde für Interessenten zu finden, da die Züchter kein Material weggeben werden. Meistens wird dementsprechend auf Welpen aus Top DDR Verpaarungen hingewiesen.

Wer sich zu den Anfängen der ostdeutschen Schäferhunde interessiert oder wer heute immer noch die alten Zuchtziele und Zuchttraditionen weiterführen will, demjenigen lege ich die Bücher des Ex-Hauptzuchtwarts der DDR Werner Dalm ans Herz. Er informiert in seinen Büchern über einzelne Hunde sowie über die Zucht an sich.

 

Leider verstarb Herr Dalm im Dezember 2008. Er wird für die Schäferhundgemeinde unvergessen bleiben. Der DDR Schäferhund hat ihm sehr viel zu verdanken!!!

"Die Zucht des Deutschen Schäferhundes in der ehemaligen DDR"

"Die DDR-Sieger aus züchterischer Sicht"

Erhältlich beim Verein für Deutsche Schäferhunde

"Die Zucht des Deutschen Schäferhundes in der DDR""Die DDR Sieger aus züchterischer Sicht"

 

 

 

 

 

 

 

Die Sportfreunde, die sich dem Deutschen Schäferhund verschrieben hatten, mussten versuchen ihre Ziele unter ständig schwerer werdenden organisatorischen Rahmenbedingungen durchzusetzen. Es gab aber in der Leitung und ihren Mitarbeitern in der DDR sowie auch unter den Mitgliedern echte Idealisten und Enthusiasten, die treu zur Spezialzuchtgemeinschaft standen (nicht dem DDR Regime und System) und allen Schwierigkeiten zum Trotz beachtliche züchterische Ergebnisse erzielten.

Die Schwerpunkte der zuchtmethodischen Arbeit waren:

1. Nachzuchtbeurteilung:

In ihr wurden 70-80% der eingetragenen Welpen erfasst. Die Ergebnisse ergaben eine genaue Erbwertanalyse der Vater- und Muttertiere. Die jährlichen Nachzuchtbeurteilungen in ihrer Gesamtheit und auch die Vererbungsergebnisse aller Rüden wurden jährlich gedruckt und allen Mitgliedern zugänglich gemacht.

2. Das Wertmeßziffer-System

Bei fast allen Hunden mit ZTP (Zuchttauglichkeitsprüfung) oder Körung ist die WZ (Wertmeßziffer) angegeben. Jede dieser vierstelligen Zahlen ist ein in sich abgeschlossenes Urteil und ist so aus der angefügten Tabelle zu ersehen. Nun gibt es noch eine wichtige Ergänzung:

Hinter der vierstelligen Wertzahl bei ZTP und Körung erscheint ein Schrägstrich und dahinter folgen wiederum zwei Zahlen. Das sind reine Arbeitszahlen für die gezeigte Schutzdienstleistung bei Körung oder bei der ZTP. Diese Ziffern sind notwendig geworden, weil die Grundzahl für das Wesen (4. Zahl der Wertmeßziffer) allein nicht die große Streubreite in der Schutzdienstleistung ausdrücken konnte, die zum Beispiel bei den Grund-Wesensziffern 3 und 7 vorkommen. Darum wurde diese Ergänzung zum Wertmeßziffer-System im Jahre 1957 von der SZG (Spezialzuchtgemeinschaft) Deutsche Schäferhunde eingeführt. Die erste Zahl hinter dem Schrägstrich steht für die Ausführung der "langen Flucht" , die zweite Zahl für die Ausführung des sogenannten "Stirnangriffes" vergeben. Diese beiden Zahlen sind die Zahlen für Schärfe und Härte, wobei diese Bezeichnung keinen Anspruch auf eine wissenschaftliche Kennzeichnung dieser beiden Begriffe erheben. Wie erwähnt, für die Richter in der DDR waren es reine Arbeitszahlen für den Schutzdienst.

5 = Sehr gut    4 = gut    3 = ausreichend    2 = wenig    1 = keine

Diese Zahlen wurden nur bei der Körung vergeben, da hier die Anforderungen höher waren als bei der ZTP. Die 4 Zahlen waren also bei der ZTP Höchstbewertung. Bei den NZB' en (Nachzuchtbeurteilungen) wurde die vierstellige WZ vergeben, da hier den jungen Hunden, von 9 Monaten an aufwärts, kein Schutzdienst abverlangt wurde, sondern es wurde nur eine allgemeine Wesens- und Verhaltensprobe durchgeführt.

Zum Abschluss hier ein Beispiel:

WZ 6547/43

Durch dieses System kann sich ein Leser eines Berichtes, ohne den Hund persönlich zu kennen, auf einen Blick die Charakteristik ableiten.

WZ

Format

Konstitution

Körperbau

Wesen

0

typlos

fein, schwach, empfindlich

ungenügend, grobe Gebäudemängel oder Kryptorchide

nervös, ängstlich

1

gehaltlos

unausgeglichen in Gebäudeharmonie, Knochenstärke, mangelndes Geschlechtsgepräge

mangelhaft im Verhältnis in Winkelungen, in Gängen, Brustfehler

schreckhaft, mutlos, geräuschempfindlich

2

leicht

Gebissmängel oder Farbenverlust

fehlende Vor- und Hinterhand

leicht reizbar, Mutkomplexe, kann Schärfe besitzen

3

hochgestellt

Behaarungsmängel oder schwaches Fundament

normale Winkelungen

Menschen gegenüber zurückhaltend, ablehnend oder aggressiv

4

ausreichend kräftig

zeitliche Entwicklungsmängel

gute Winkelungen

aggressiv, bösartig mit ausgeprägter Härte

5

mittelkräftig

Adel und Kraft, Harmonie und Linie

vorzüglich in Form, Harmonie und Linienführung

ausgeglichen, gutartig, sehr hart gegen Einwirkungen

6

kraftvoll

robust-derb

gut mit reichlicher Brustbildung

ausgeglichen, gutartig, hart gegen Einwirkungen

7

tiefgestellt

nachgebend in Bändern oder Gelenken

gut mit reichlicher Gebäudestreckung und solchen mit kurzen Laufknochen

ausgeglichen, gutartig, gegenüber  Einwirkungen empfindlich

8

schwer

schwammig

überwinkelt in den Gliedmaßen

ausgeglichen, gutartig, gleichgültig, wenig Schärfe

9

grob

Knochverbiegungen rachitischer Art

überproportional (von 6-8)

weich, niedergedrückt, wenig Reaktionsvermögen

3. Das Familienleistungsblatt

Es wurde in der Zuchtbuchstelle geführt. In ihm wurden die Vererbungsergebnisse aller in der Zucht stehenden Hündinnen und Rüden festgehalten. Von allen Nachkommen wurden darin die Ergebnisse der Nachzuchtbeurteilung, der Schutzhundprüfungen, der Schauen sowie der Zuchttauglichkeitsprüfungen und Körungen geführt. Mit dem Familienleistungsblatt konnte jederzeit über die Gesamtvererbung der Rüden und Hündinnen Auskunft gegeben werden.

4. Die HD-Bekämpfung

Aller Zuchttiere wurden geröntgt. Die Zulassung zur Zucht wurde auch von den HD-Befunden abhängig gemacht. Die Hunde  mit mittlerer bis leichter HD wurden zur gegebenen Zeit aus der Zucht eliminiert, so dass in den letzten Jahren nur mit HD-freien Hunden gezüchtet wurde. Es wurden in der Zucht über 90 % HD-freie Hunde erreicht. Die HD-Vererbung aller Rüden mit sämtlichen geröntgten Nachkommen wurden in jedem Quartal veröffentlicht.

HD-Ergebnisse der DDR (Zucht ab 1979 nur noch mit HD-freien Hunden) 

Jahr

geröntgt

HD-frei %

HD-leicht %

HD-mittel %

HD-schwer %

Zucht

mit ...

1968

1933

55,7

16,7

14,4

13,2

... mittleren HD-Hunden

1969

3453

64,8

14,2

13,2

7,9

dto.

1970

2152

70,5

15,9

7,7

5,9

dto.

1971

2116

76,6

12,9

6,8

3,7

dto.

1972

2294

79,3

11,6

5,0

4,1

... leichten HD-Hunden

1973

2411

83,4

8,7

5,4

2,5

dto.

1974

2349

85,2

7,5

4,4

2,9

dto.

1975

2520

87,6

6,7

3,6

2,1

dto.

1976

2357

90,3

5,0

3,1

1,6

dto.

1977

2289

88,8

5,6

3,0

2,6

dto.

1978

2087

90,0

4,5

2,6

2,9

dto.

1979

2294

91,3

5,8

1,6

1,3

... mit HD-freien Hunden

1980

1922

90,6

3,6

3,3

2,5

dto.

1981

2132

91,0

4,4

2,5

2,1

dto.

1982

1987

93,2

2,7

2,3

1,8

dto.

1983

1954

92,3

3,9

1,9

1,9

dto.

1984

1756

91,8

3,4

1,7

3,1

dto.

1985

1586

94,4

2,6

1,4

1,6

dto.

1986

1835

93,2

2,6

1,7

2,5

dto.

1987

1835

91,0

4,2

1,9

2,9

dto.

1988

1927

90,0

3,9

2,4

3,7

dto.

1989

1980

88,8

5,3

2,3

3,6

dto.

5. Die Boniturzeichen

Die Nachzuchtbeurteiler, Zuchtrichter und Körmeister verwendeten vorgedruckte Boniturkarten; auf der dort enthaltenen Skelettzeichnung wurden alle Körpermerkmale mit einheitlichen Boniturzeichen gekennzeichnet. Die Bonituren wurden durch die Formwertnote und durch die ersten drei Zahlen der Wertmeßziffern ergänzt. Die Boniturzeichen ermöglichen eine sehr gründliche Richterausbildung, sowie eine genaue Beschreibung der Hunde und die Erstellung detaillierter schriftlicher Richterberichte. Der Zuchtleitung lieferten die Boniturkarten wertvolle Informationen sowie Material für Schulungen und Vergleiche.

Durch diese Schwerpunkte und durch ständige Konsultation und Beratung mit Tierzüchtern, Tierärzten und Genetikern wurde die Schäferhundzucht auf eine wissenschaftliche Grundlage gestellt und damit versucht, die Rasse gesund zu halten und in ihrer Vollkommenheit ständig zu verbessern, völlig im Gegensatz zu heute.

 

Artikel aus der Hundezeitung:

Quelle: http://www.hundezeitung.de/hundekunde/ddr-hunde.html

Nach der Trennung der beiden Republiken trennten sich auch die Organisationen der Deutschen Schäferhund-Vereine, und nicht nur die Organisationen. Auch der "Ost-Schäferhund" wandelte sich in den folgenden vier Jahrzehnten zu einem kompakteren, kräftigeren Exemplar als der westliche, mit dunklerer, der ursprünglichen graugewolkten Fellfarbe als der helleren oder schwarz-braunen im Westen.

Der frühere DDR-Hauptzuchtwart für Deutsche Schäferhunde und heutige Vorsitzende der Landesgruppe Mecklenburg-Vorpommern im SV, Werner Dalm: "Im Westen waren sie nicht so angesehen, weil sie - und das ist objektiv so - mit den schönsten Ausstellungshunden im Gebäude, im Körperbau nicht konkurrieren konnten. Die sahen mehr robuster aus, wie wirkliche Arbeits- und Gebrauchshunde, und waren nicht so die schönen, eleganten Hunde."

Der Ost-Schäferhund war nicht schlicht Grenzwächter, schrieb mir Dalm. "Sie wurden zum allergrößten Teil für unsere Mitglieder, Züchter und Liebhaber gezüchtet. Nur alles, was wir für die Zucht nicht gebrauchen konnten, wurde der Polizei, Grenze usw. Angeboten. Insofern haben die nur den Abschaum bekommen. Allerdings mußten diese Hunde gut beißen und im Wesen gut sein, sonst wurden sie nicht genommen."

Dalm weiter: "Nicht die 'Spezialzuchtgemeinschaft (SZG)' der DDR war paramilitärisch formiert, sondern die 'Dachorganisation', der die SZG unterstellt war, besonders die letzte, die 'Sektion Dienst- und Gebrauchshunde (SDG)'. Die SZG wurde gerade noch geduldet, weil die 'oben' (stasigesteuerten) von der Zucht keine Ahnung hatten, brauchten sie die SZG noch. Aber wie sich die Dachorganisationen entwickelt hatten, wurde der SZG ein Recht nach dem anderen weggenommen. Zuletzt hatten wird kaum noch über die eigene Rasse was zu sagen, wie auch in meinem Buch 'Die Zucht des Deutschen Schäferhundes in der ehemaligen DDR' (Anm. d. Red.: zu beziehen über die Hauptgeschäftsstelle des SV) ausführlicher nachzulesen ist. Das war die Wirklichkeit. Aber unter diesen Umständen haben wir trotzdem gute und gesunde Gebrauchshunde gezüchtet, weil wissenschaftlich selektiert wurde."

Werner Schulz, Züchter und früherer hundeführender Grenzsoldat: "Die meisten dieser Hunde waren sehr fromm. Es gab nur einen ganz kleinen Prozentsatz, die wirklich aggressiv waren und unerzogen, die irgendwo schlechte Erfahrungen gemacht haben, mit denen kaum einer klar kam. Aber ansonsten, das Gros der deutsch-deutschen oder der deutschen Schäferhunde, der DDR-Schäferhunde an der deutsch-deutschen Grenze, waren ganz normale Hunde."

Schulz züchtet unter dem Namen "vom Parchimer Land". Er schreibt in seiner Homepage :

"Erstaunlicherweise stehen Deutsche Schäferhunde aus DDR-Abstammung immer noch bei vielen Sportfreunden und Liebhabern im Interesse züchterischer Bestrebungen, oder gerade mehr denn früher? Wie auch immer ist der Schäferhund, der sich in der DDR entwickelte, mit großen kräftigen Knochen, ausgeglichenem Wesen und dunkler Pigmentierung keine Mode-Erscheinung!
Mein Zuchtziel und die Zuchtziele meiner Freunde bestehen darin, die ostblütigen Schäferhunde zu erhalten und mit anderen DSH aus Ostblockländern und westdeutscher Leistungszucht zu paaren. Natürlich gibt es nicht mehr die Masse an qualitativ sehr gutem Zuchtmaterial. Daher wird man die Fülle an reinen DDR-Hunden nicht erneut erreichen können, da viele Sportfreunde ihre Hunde nach der Wende mit Kußhand abgegeben haben und diesen jetzt nachtrauern. Aus diesem Grund ist es schwer, ausgebildete Hunde für Interessenten zu finden, da die Züchter kein Material weggeben werden. Meistens wird dementsprechend auf Welpen aus Top DDR-Verpaarungen hingewiesen."

Schulz weiter: "Für viele klingt es eigenartig, über den Zuchtstil des ostblütigen Schäferhundes zu diskutieren. Ich möchte hier auch kein Loblied über den Ossi singen. Aber stellt einer sich die Frage und hat einigermaßen züchterische Kompetenz, erkennt man eine gewisse Notwendigkeit, diese Zuchtform zu erhalten."

Die getrennte Geschichte der deutsch-deutschen Schäferhunde sollte nach dem Zusammenbruch der DDR beendet sein, aber die Spaltung war tiefer. Nach der Wiedervereinigung hat der mächtige West-Verband das Sagen. Pressesprecher SV Reiner Voltz dazu: "Es gibt natürlich noch Züchter, die heute gezielt weiter versuchen, diesen Osthund zu züchten, aber wir halten nichts davon, jetzt aus Modegründen vielleicht heraus, aus Historie heraus so einen Hund zu erhalten. Er muss sich letztlich in die gemeinsame Zucht integrieren. Es gibt einen deutschen Schäferhund und das wollen wir auch weiter fördern."

Nun sieht man auch in den "neuen" östlichen Bundesländern meist nur noch West-Schäferhunde. Glücklich sind die ostdeutschen Züchter und Halter mit dem "Einheitshund", der nur die seit Jahrzehnten umstrittene Zuchtqualität im Westen widerspiegelt, nicht: er sei verweichlicht.

Den relativ geraden Rücken, den sie doch im Westen heimlich, aber nie offiziell zurückwünschten - wie weiland die ersten Hunde, die schliesslich den weltweiten Ruf als Diensthund begründeten -, den haben sie im Westen nun doch buchstäblich untergebuttert. Nur die Farbe grau, die fanden sie gut. Als ob dies eine neue Modefarbe gewesen wäre. Den gesunden Körper wollten sie nicht haben, aber die Farbe haben sie aufgenommen.

Nicht wenige Schutzhundler oder Diensthundler im Westen sehen sich aber nach diesem Ostdeutschenschäferhund. Doch es gibt fast keine Zuchtbasis mehr. Die Westschäferhundler haben auch hier die Übernahme von gesundem Zuchtpotenzial gründlich okkupiert und plattgemacht.

Es ist davon auszugehen, dass es vielen anderen Rassevereinen aus der ehemaligen DDR nach der Wiedervereinigung genauso ging. Vereinigt wurde da auf dem Hundezuchtsektor wenig, aber vollmundig verkündet, vor gut zehn Jahren. Inzwischen bellt auch da kein Hund mehr danach.

Eines möchte ich aber zu bedenken geben: Sieht man sich die Fotos von den mit vorzüglich 1 bewerteten Rüden in der Nachkriegszeit bis 1960 an, so finden wir den zurück erwünschten geraden Rücken. Bei den DDR-Hunden aber in den späten 80ern jedoch genau den abfallenden Rücken wie die West-DSH.

Ich hoffe, dass sich einige wackere ostdeutsche DSH-Freunde nicht verführen lassen, diesen nicht nur gebäudetechnisch fatalen "Abfall" wie im ganzen Westen inklusive USA (bis auf jene Spezialisten, die just den alten DDR-Typ suchen und haben!) nun in die ostdeutsche Linie einfliessen zu lassen, sondern konsequent den geradrückigen DSH ostdeutscher Prägung zu fördern.

Ein "Datenblatt" für Fachleute von einem hoffnungsvollen Typen:

Iwo vom Parchimer Land, Wurftag: 10.09.2000
Achtung Fachjargon:

Auch für Nicht-Schutzhundler ist die Idealpunktzahl 300 bei der letzten SCH III beachtenswert.

Die Zukunft des gesunden leistungsfähigen deutschen Schäferhunds hängt vom Rückgrat seiner Züchter ab. Und davon, von den gesunden Hunden dieser Art, gibt es im Osten Deutschlands noch welche. Wenn man sie unterbuttert, ist der DSH weiter im Sinkflug. Dann können sie sich den geradrückigen Konkurrenten aus Belgien (Malinois) im Spiegel anschauen. Nur dessen psychische Gesundheit ist ebenso im Sinkflug.

Bemerkung einer in USA lebenden Schäferhund-Freundin und -Kennerin, die einen DDR-DSH-Typen hat und froh drüber ist: "Und von wegen Anforderung an Hütehunde: Neuseeland und Australien stellen da mehr Anforderungen als sich das ein deutscher Schäfer im Traum vorstellen kann. Wieso kam da keiner auf die windschiefe Idee?" Ja, keine andere Hunderasse, keine Arbeitshunde wie Herdengebrauchshunde aller Arten hat diesen widernatürlich abfallenden Rücken, keine Jägerhunde, egal welcher Sparte, keine Schlittenrennhunde, keine Hetzhunde und eben auch keine der sogenannten anderen "Gebrauchshunderassen".

Auf "offenen" Schutzhundeprüfungen, die eben nicht in geschlossener DSH-Gesellschaft abgehalten werden, laufen die Malinois "trotz" des geraden Rückens den Rang ab. Schon gieren die "Profis" dieser Sparte statt nach dem Malinois nach holländischen Schäferhunden. Aber bloss nicht nach dem DSH. Was bleibt immer noch als Argument für diese Verhunzung der abfallenden Rückenlinie? Nichts. Wieso denkt da immer noch keiner um bei der meistgezüchteten Hunderasse der Welt?

Quo vadis Deutscher Schäferhund? Im Osten liegt seine Zukunft, wenn sich die Züchter dort nicht versauen lassen.

Auszug des Kommentars von Werner Dalm zur leichten Verschlechterung in den letzten beiden Jahren:

"Unsere Westblutfanatiker (Bewunderer der schönen westdeutschen Hunde nach den Bildern der SV-Zeitungen waren wir alle) strebten verstärkt nach westdeutschen Deckrüden für ihre Hündinnen. Und da sie nicht nach Westdeutschland reisen durften, das blieb einigen wenigen Rentnern, Invaliden oder irgendwie Privilegierten vorbehalten, benutzten diese Züchter westdeutsche Rüden, die in der Tschechoslowakei oder in Polen standen. Die HD-Ergebnisse der Bundesrepublik waren im jeweiligen Vergleichsjahr, das ist in den Jahresberichten des SV nachzulesen, noch nicht so wie die Unserigen. Überdies sind ja im SV die Hunde mit leichter HD heute noch in der Zucht. Somit können die tschechischen und polnischen Rüden westdeutscher Zucht, sicherlich wurden auch nicht die Besten dorthin verkauft, durchaus auch zur Verschlechterung des HD-Ergebnisses beigetragen haben. Zuletzt kommt bei der Suche nach den Ursachen noch ein Gedanke. Da die Verschlechterung von 1988 auf 1989, dem Jahr der deutschen Einheit, recht signifikant war, ist zu vermuten, daß im letzten Vierteljahr des Jahres 1989, die Reisefreiheit war nun da, ein Ansturm auf westdeutsche Rüden einsetzte. Hat auch das zur Verschlechterung beigetragen"

 

Stand 23.März 2001 bis Körbuch von 1980

Platz Name des Rüden Welpen nach dem Rüden Nachkommen mit Prüfung Körung mit ZB: V Sieger im Jahr
1 Fred vom Falkenbruch 1959 307 286 77
2 Utz vom Haus Hiller 1947 286 156 14 1950
3 Rigo von der Schiebockmühle 1952 265 233 68
4 Ali vom Gränert 1953 234 215 43
5 Xito vom Baruther Land 1967 216 183 104 1969
6 Condor vom Marderpfahl 1968 216 198 106 1971 / 72
7 Bill vom Fasanenhof 1964 195 169 69
8 Cay vom Hof Argied 1963 188 171 76
9 Geier vom Baruther Land 1963 186 148 54
10 Ex vom Riedstern 1966 179 155 97
11 Greif vom Felsenstein 1961 166 152 62 1964 / 65 / 66
12 Alm vom Ihlestrand 1964 164 147 44
13 Condor vom Falkenwappen 1959 160 146 45 1962 / 63
14 Frei vom Baruther Land 1968 158 131 59
15 Ohle vom Rundeck 1971 153 142 99
16 Drusus vom Falkenwappen 1961 149 129 36
17 Gero aus der Jürgensklause 1950 149 104 33 1953 / 54
18 Fero aus der Eselstadt 1950 135 102 27
19 Don vom Haus Himpel 1971 132 116 89  
20 Gomo vom Osterberg 1969 128 113 71
21 Alf vom Calbischen Werder 1948 127 49 14
22 Cort vom Hof Argied 1963 124 109 41
23 Rolf aus dem Urnenkeller 1949 124 70 14
24 Falk vom Osterberg 1969 115 100 54
25 Blitz u.den Hergußregnern 1957 113 105 25 1959
26 Barry vom Andershofer Ufer 1957 112 103 31
27 Falk vom Falkenbruch 1959 111 85 24
28 Bodo vom Winkel 1967 110 95 46 1970
29 Frei vom Osterberg 1969 100 94 57
30 Dux von der Schockengrube 1963 100 94 29
31 Brummer u.d.Hergußregnern 1957 99 93 35
32 Reio von Christinsruh 1967 93 84 33
33 Cäsar vom Rangental 1971 93 89 63 1973 / 94 / 76
34 Iran von der Buchenhöhe 1946 90 48 8 1952
35 Martin v. Haus Tschetschock 1957 87 83 12
36 Benno Herrausfreud 1945 84 44 7
37 Ali vom Silberbrunnen 1958 84 79 24 1960 / 61
38 Bero vom Krügers-Hof 1962 83 76 24
39 Burli von der Engelsburg 1967 82 73 40
40 Blitz vom Haus Lauch 1971 82 77 53

 

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